Von meiner Liebesmär' II (1993)
Von meiner Liebesmär' II
Als ich dich neulich einmal wiedertraf,
Da hüpfte still mein leidend' Herz,
Mein Atem ging nicht ruhig und brav,
Die Seele krümmte sich vor Schmerz.
Bin ich im Unrecht, oder hat die Pein,
Die mich ergreift, wenn ich dich sehe,
Tief'ren Sinn? – Ist meine Liebe denn nicht rein? –
Was habe ich verbrochen? Weh' mir, wehe!!!
Du strahlst noch immer so viel Wärme aus,
Ich kann dich trotz all'dem nicht haben,
So sitz' ich hier, vergrab mich selbst im Haus,
Nur geistig Nahrung soll mich laben.
Doch damit geb' ich mich nun endlich nicht zufrieden,
Denn zum Versiegen kämen nur die heißen Tränen,
Wenn sich dein Herz entscheiden könnt' zu lieben,
Könnt' ich dann deine Hand in meiner wähnen!
Ich weiß, es gibt da einen andern Mann,
Von dem ich aber sicher weiß und glaube,
Dass er dir nie die Liebe geben kann,
Die heiß und innig ich für dich gebrauche.
Der Zustand, den ich fühl', ist Jammer
Und einer unheilbaren Krankheit gleich;
Erlösen kann mich nur des Todes Hammer
Und du – und deiner Liebe Königreich!
(geschrieben an Weihnachten 1993)
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